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Die Not- und Gefahrenfunktion sorgt dafür, dass sich ein Schließzylinder von außen öffnen lässt, obwohl innen ein Schlüssel steckt. Ohne sie blockiert ein steckender Schlüssel die Gegenseite – im Notfall steht man dann vor verschlossener Tür. Die Funktion ist bei Doppelzylindern wählbar und kostet nur einen kleinen Aufpreis. Hier lesen Sie, wie sie funktioniert, für wen sie sich lohnt, wie Sie Ihren Zylinder testen und wo ihre Grenzen liegen.
Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Außen öffnen, obwohl innen ein Schlüssel steckt – genau das leistet die Not- und Gefahrenfunktion.
- Sinnvoll an Haus- und Wohnungstüren – vor allem mit Kindern, älteren Angehörigen oder Pflegebedarf.
- Nur bei Doppelzylindern – der Knaufzylinder braucht sie nicht, denn innen steckt dort nie ein Schlüssel.
- Nicht nachrüstbar, nicht abschaltbar – die Funktion steckt im Zylinder. Wer sie möchte, tauscht den Zylinder.
Was ist die Not- und Gefahrenfunktion?
Die Not- und Gefahrenfunktion ist eine Ausstattung von Doppelzylindern, also Schließzylindern mit Schlüsselloch auf beiden Seiten. Mit ihr lässt sich der Zylinder von außen auf- und zuschließen, auch wenn auf der Innenseite ein Schlüssel steckt. Abgekürzt heißt sie oft N+G oder NG-Funktion, umgangssprachlich auch Gefahrenfunktion oder Notfunktion.
Das Problem, das sie löst, kennt fast jeder: Wer nach dem Abschließen den Schlüssel innen stecken lässt, sperrt beim gewöhnlichen Doppelzylinder alle anderen aus. Ein zweiter Schlüssel lässt sich von außen dann nicht drehen. Im Alltag ist das nur lästig. Im Notfall – etwa wenn drinnen jemand gestürzt ist – kostet es wertvolle Zeit.
Wichtig ist die Richtung: Die Funktion öffnet keine Tür ohne Schlüssel. Wer von außen hinein will, braucht weiterhin einen passenden Schlüssel. Sie verhindert nur, dass ein innen steckender Schlüssel diesen Weg versperrt.
Wie funktioniert die Not- und Gefahrenfunktion?
In der Mitte jedes Profilzylinders sitzt der Schließbart, ein drehbarer Nocken, der den Riegel des Schlosses bewegt. Beim Doppelzylinder kann er von beiden Seiten gedreht werden. Eine Kupplung im Zylinder verbindet ihn dafür mit der Seite, auf der gerade geschlossen wird.
Beim gewöhnlichen Doppelzylinder hält ein innen steckender Schlüssel diese Kupplung auf seiner Seite fest. Der Schlüssel von außen findet dann keinen Anschluss an den Schließbart und lässt sich nicht drehen. Bei einem Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion ist die Kupplung anders gebaut: Der Schlüssel, der gedreht wird, nimmt den Schließbart mit – auch wenn auf der Gegenseite ein Schlüssel steckt.
Wie die Kupplung im Detail aussieht, löst jeder Hersteller auf seine Weise. Für Sie zählt das Ergebnis, und das lässt sich einfach selbst prüfen. Wie, zeigt der Test weiter unten.
Die Funktion gibt es nur als Ausstattung ab Werk. Sie lässt sich weder nachrüsten noch abschalten – wer sie haben oder loswerden möchte, tauscht den Zylinder. Das dauert an einer gewöhnlichen Tür nur wenige Minuten.
Für wen lohnt sich die Not- und Gefahrenfunktion?
Überall dort, wo innen gelegentlich ein Schlüssel stecken bleibt und im Ernstfall jemand schnell hinein muss. Das betrifft vor allem die Haustür und die Wohnungstür. Vier Situationen sprechen besonders dafür:
- Familien mit KindernEin Kind schließt ab und lässt den Schlüssel stecken. Mit der Funktion kommen Sie trotzdem hinein.
- Ältere Angehörige und PflegeNach einem Sturz öffnen Angehörige oder der Pflegedienst mit ihrem eigenen Schlüssel.
- AlleinlebendeWer allein wohnt, sollte Vertrauten einen Schlüssel geben – der nur hilft, wenn er auch schließt.
- Schlüssel steckt aus GewohnheitViele lassen ihn innen stecken, um ihn schnell zu finden. Dann sollte er niemanden aussperren.
An Kellertüren, Nebeneingängen und Garagen kommen Sie meist ohne die Funktion aus. Dort bleibt innen selten ein Schlüssel stecken, und niemand muss im Notfall hinein. In einer Gleichschließung oder Schließanlage wählen Sie die Funktion deshalb einfach Tür für Tür.
Welche Nachteile hat die Not- und Gefahrenfunktion?
Die Funktion hat wenige, aber klare Nachteile. Wer sie kennt, entscheidet leichter.
Ein steckender Schlüssel sperrt niemanden mehr aus
Manche lassen den Schlüssel bewusst innen stecken, damit niemand mit einem Zweitschlüssel hereinkommt. Mit der Funktion klappt das nicht mehr. Gibt es Schlüssel in fremden Händen, etwa bei einem früheren Mitbewohner, ist ohnehin ein neuer Zylinder die richtige Lösung.
Ein kleiner Aufpreis je Zylinder
Die Funktion kostet je Zylinder etwas mehr, ähnlich wie eine längere Längenstufe. Sie zahlen sie aber nur an den Türen, an denen Sie sie wählen.
Nur für Doppelzylinder
Knaufzylinder brauchen sie nicht, Halbzylinder haben nur eine Schlüsselseite. Die Funktion betrifft also nur Türen mit Schlüsselloch innen und außen.
Nicht nachrüstbar
Wer sie später möchte, braucht einen neuen Zylinder. Überlegen Sie deshalb schon bei der Bestellung, an welchen Türen innen einmal ein Schlüssel stecken könnte.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Sicherheit. Die Funktion regelt nur, welcher Schlüssel den Schließbart drehen darf. Gegen Aufbohren, Ziehen und Kopieren schützt weiterhin das Schließsystem mit seinen Merkmalen, etwa Bohrschutz und Sicherungskarte. Woran Sie einen sicheren Zylinder erkennen, zeigt unser Ratgeber zum sicheren Schließzylinder.
Not- und Gefahrenfunktion oder Knaufzylinder?
Beide Lösungen sorgen dafür, dass Sie von außen hineinkommen. Der Unterschied liegt innen: Beim Knaufzylinder sitzt dort ein Drehknauf statt eines Schlüssellochs. Er blockiert den Schlüssel von außen nie – eine Not- und Gefahrenfunktion braucht er deshalb nicht.
| Frage | Doppelzylinder | Doppelzylinder mit N+G | Knaufzylinder |
|---|---|---|---|
| Außen öffnen, wenn innen etwas steckt? | nein | ja | ja – innen steckt nie ein Schlüssel |
| Innen öffnen ohne Schlüssel? | nein | nein | ja, mit dem Knauf |
| Geeignet bei Glas in Reichweite? | ja, Schlüssel abziehen | ja, Schlüssel abziehen | nein |
| Kann jeder drinnen hinaus? | nur mit Schlüssel | nur mit Schlüssel | ja |
Allgemeine Orientierung. Im Konfigurator wählen Sie Zylinderart und Funktion für jede Tür einzeln.
Kurz gesagt: Hat die Tür Glas in Griffnähe oder soll nicht jeder von innen hinaus, ist der Doppelzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion die bessere Wahl. Sonst ist der Knaufzylinder oft bequemer. Der Knauf-Check hilft bei der Entscheidung.
Knauf-Check
Knauf oder Schlüssel – was passt an Ihre Tür?
Drei Fragen zu Ihrer Tür. Die Empfehlung und die Gründe erscheinen sofort.
Hat mein Zylinder eine Not- und Gefahrenfunktion?
Von außen sieht man es dem Zylinder nicht an. Ein kurzer Test bringt Gewissheit. Sie brauchen dafür zwei passende Schlüssel – bei gleichschließenden Zylindern genügt jeder Schlüssel der Schließung.
Tür öffnen und offen lassen
Testen Sie immer bei offener Tür. So kann sich niemand aussperren, falls der Zylinder die Funktion nicht hat.
Innen einen Schlüssel einstecken
Stecken Sie den ersten Schlüssel auf der Innenseite ganz ein und lassen Sie ihn stecken – so, wie er nach dem Abschließen stecken bliebe.
Von außen mit dem zweiten Schlüssel schließen
Stecken Sie den zweiten Schlüssel außen ein und drehen Sie ihn wie beim Abschließen. Beobachten Sie dabei den Riegel in der Türkante.
Ergebnis ablesen
Dreht der Schlüssel und fährt der Riegel aus, hat Ihr Zylinder die Funktion. Blockiert er, fehlt sie. Drehen Sie nie mit Gewalt, sonst bricht womöglich der Schlüssel ab.
Auch Unterlagen helfen weiter: In Rechnung, Lieferschein oder Konfiguration steht die Funktion häufig als „N+G“ oder „NG“. Bei Zylindern aus unserem Shop sehen Sie es in Ihrer Bestellung.
Ausgesperrt, weil innen ein Schlüssel steckt – was jetzt?
Hat der Zylinder keine Not- und Gefahrenfunktion, hilft von außen auch der richtige Schlüssel nicht weiter. Gehen Sie dann der Reihe nach vor:
- Klingeln und rufen. Ist jemand drinnen, genügt oft, den Schlüssel innen abzuziehen oder die Tür zu öffnen.
- Andere Eingänge prüfen. Terrassentür, Keller- oder Garageneingang haben meist eigene Zylinder.
- Im Notfall 112 wählen. Besteht Gefahr für jemanden in der Wohnung, zählt jede Minute – dann ist das der richtige Weg.
- Sonst einen seriösen Fachbetrieb rufen. Lassen Sie sich den Gesamtpreis mit Anfahrt und Zuschlägen vorab am Telefon nennen.
Ist die Tür wieder offen, lohnt der Blick nach vorn: Mit einem Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion oder einem Knaufzylinder passiert Ihnen das nicht noch einmal. Wie der Tausch in wenigen Minuten gelingt, zeigt unser Ratgeber Schließzylinder wechseln. Die passende Größe ermitteln Sie mit dem Maß-Check im Ratgeber Schließzylinder ausmessen.
Was kostet die Not- und Gefahrenfunktion?
Die Funktion kostet je Zylinder einen kleinen Aufpreis – ähnlich wie eine Längenstufe von 5 mm. Feste Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil sich Preise ändern. Den genauen Preis sehen Sie im Konfigurator, sobald Sie die Funktion bei einer Tür auswählen.
Für einen Richtpreis Ihrer ganzen Schließung eignet sich der Kostenrechner im Ratgeber Was kostet eine Schließanlage?. Dort tragen Sie ein, wie viele Ihrer Doppelzylinder die Funktion bekommen sollen. Er rechnet mit den aktuellen Preisen aus unserem Shop und vergleicht alle sechs Systeme.
Bei Doppelzylindern aller sechs Systeme – von Winkhaus AZ bis ABUS MagTec 2500.
Sie wählen die Funktion Tür für Tür und zahlen nur dort, wo sie gebraucht wird.
Die Funktion wählen Sie bei jedem Doppelzylinder mit einem Klick dazu.
Fünf Irrtümer rund um die Not- und Gefahrenfunktion
„Damit komme ich auch ohne Schlüssel hinein.“
Nein. Sie brauchen weiterhin einen passenden Schlüssel. Die Funktion verhindert nur, dass ein Schlüssel innen den Weg versperrt.
„Die Funktion lässt sich nachrüsten.“
Nein. Sie steckt in der Kupplung des Zylinders. Wer sie möchte, bestellt einen neuen Zylinder mit Funktion.
„Man kann sie bei Bedarf ausschalten.“
Nein. Wer sicher sein will, dass niemand mit einem Zweitschlüssel hineinkommt, braucht einen Zylinder ohne Funktion – oder besser neue Schlüssel.
„Sie macht den Zylinder unsicherer.“
Nein. Gegen Aufbohren, Ziehen und Kopieren schützt das Schließsystem. Die Funktion ändert nur, welcher Schlüssel den Schließbart bewegen darf.
„Auch der Knaufzylinder braucht sie.“
Nein. Beim Knaufzylinder steckt innen nie ein Schlüssel, deshalb blockiert er den Schlüssel von außen ohnehin nicht.
Not- und Gefahrenfunktion einfach mitbestellen
Im Konfigurator wählen Sie die Funktion bei jedem Doppelzylinder mit einem Klick – für Haustür und Wohnungstür, einzeln oder in Ihrer Gleichschließung. Den Preis sehen Sie sofort.
Lieber sprechen? 08386 991461
Häufige Fragen zur Not- und Gefahrenfunktion
Was ist eine Not- und Gefahrenfunktion?
Die Not- und Gefahrenfunktion ist eine Ausstattung von Doppelzylindern. Mit ihr lässt sich die Tür von außen auf- und zuschließen, auch wenn innen ein Schlüssel steckt. Sie ist vor allem an Haus- und Wohnungstüren sinnvoll, etwa bei Kindern, älteren Angehörigen oder Pflegebedarf.
Wie erkenne ich, ob mein Zylinder eine Not- und Gefahrenfunktion hat?
Am sichersten mit einem Test bei offener Tür: Stecken Sie innen einen Schlüssel ein und versuchen Sie, mit einem zweiten Schlüssel von außen zu schließen. Dreht er und fährt der Riegel aus, hat der Zylinder die Funktion. In Rechnung oder Unterlagen steht sie oft als „N+G“ oder „NG“.
Welche Nachteile hat die Not- und Gefahrenfunktion?
Ein innen steckender Schlüssel hält niemanden mehr ab, der selbst einen Schlüssel besitzt. Außerdem kostet die Funktion einen kleinen Aufpreis je Zylinder und lässt sich nicht nachrüsten. Den Schutz gegen Einbruch beeinträchtigt sie nicht.
Kann man die Not- und Gefahrenfunktion ausschalten?
Nein. Die Funktion ist fest im Zylinder verbaut. Wer sie nicht möchte, braucht einen Zylinder ohne diese Ausstattung. Geht es darum, Personen mit Zweitschlüssel auszusperren, ist ein neuer Zylinder mit neuen Schlüsseln die sichere Lösung.
Kann man die Not- und Gefahrenfunktion nachrüsten?
Nein. Sie steckt in der Kupplung des Zylinders und wird ab Werk eingebaut. Wer sie nachträglich möchte, tauscht den Zylinder gegen einen mit Funktion – das dauert nur wenige Minuten.
Ist ein Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion weniger sicher?
Nein. Die Funktion regelt nur, welcher Schlüssel den Schließbart drehen darf. Gegen Aufbohren, Ziehen und Kopieren schützt weiterhin das Schließsystem mit Bohrschutz, geschütztem Profil und Sicherungskarte.
Braucht ein Knaufzylinder eine Not- und Gefahrenfunktion?
Nein. Beim Knaufzylinder sitzt innen ein Drehknauf statt eines Schlüssellochs. Dort kann also nie ein Schlüssel stecken, der die Außenseite blockiert.
Gibt es die Not- und Gefahrenfunktion bei ABUS und Winkhaus?
Ja. In unserem Sortiment wählen Sie sie bei Doppelzylindern aller sechs Systeme: ABUS MagTec 2500 und Vela 2000 sowie Winkhaus AZ, N-tra+, VSX+ und X-tra.
Über den Autor
Jan Schwärzler Inhaber · Die Schließanlage, OberstaufenJan Schwärzler bearbeitet seit 15 Jahren Schlüssel und Schließanlagen – vom einzelnen Zylinder bis zur Anlage für Betriebe und Verwaltungen. Er führt Die Schließanlage, einen Familienbetrieb aus Oberstaufen im Allgäu mit großem Lager und eigener Werkstatt.
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